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Das Gespräch

Dort war ich eine Woche lang stationär und musste verschiedene Tests über mich ergehen lassen, die ziemlich anstrengend waren.

Dann kam das Wichtigste – das Arztgespräch.

Der Mediziner fragte mich nach meinem Alter. Er meinte, ich sei mit meinen 25 Jahren ziemlich jung für mein Krankheitsbild. Auf meine Frage, von welcher Krankheit er, sagte er, er vermute eine Ähnlichkeitsform von Parkinson.

Ich musste erstmal schlucken und fragte, was jetzt geschehen solle. Er meinte, es sei am Wichtigsten, dass ich nun die Ruhe bewahre – und, dass die Dopamin-Behandlung fortgesetzt werde.

Nach der Eröffnung dieser Diagnose brauchte ich erstmal eine Zigarettenpause. Ich wurde anschließend von meinem Vater abgeholt.

Wenig später musste ich mich in der Klinik im Abstand von wenigen Tagen zwei neuropsychologischen Tests unterziehen.

Die Nachricht der bis dahin gültigen medizinischen Einschätzung wurde von meiner Familie mit bitterer Miene aufgenommen. Alle waren baff und mussten erstmal tief durchatmen.

Danach versuchte ich, meine Zeit dennoch zu genießen. Am darauffolgenden Wochenende zum Beispiel besuchte ich mit meiner Schwester, ihrem Freund und einem guten Kumpel ein Dorffest und wir wechselten, als es kalt wurde, zum Darting und TV-Boxen in unsere Stammkneipe.

Nach einer weiteren neuropsychologischen Untersuchung holte ich mir Rat von anderen Stellen und ließ eigenständig Tests machen.

„Bleiben Sie offen und verschließen Sie sich jetzt nicht, sonst zermürben Sie sich nur“. Diese Worte der Neurosychologin haben mir in der Folge sehr geholfen.

Nicht nur angesichts der Unkenntnis meiner Mitmenschen um meinen Zustand tat ich mir anfangs sehr schwer, mit diesem Ratschlag richtig umzugehen und zog mich zurück.

Ein paar Monate ging das so. Aber dann geschah etwas, als meine Eltern im Urlaub waren.

Ich nahm ein Ersatzmittel für „L-Dopa“ ein, da ich die Nacht zuvor nicht richtig geschlafen hatte. Die Einnahme stellte sich als zu früh heraus. Da ich auch nicht in der Lage war, Schlaf nachzuholen, setzte ich mit L-Dopa-Dosen nach.

Durch die Überdosierung geriet mein Körper in einen Zustand der Überbeweglichkeit und Appetitlosigkeit. Andere Begleiterscheinungen traten hinzu.

Eine unerwünschte Nebenwirkung schien darin zu bestehen, dass ich mich im Zocken verlor. Ich bereue bis heute diesen Abweg ins Glücksspielen.

Als meine Schwester mich im Zustand der Überbeweglichkeit ins Krankenhaus begleitete, war dieser abgeebbt, als wir im Arztzimmer ankamen. Man ermahnte mich, mit der Medikamentierung von nun an sorgsam umzugehen.

 

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